Die 24-Stunden-Betreuung ist für viele pflegebedürftige Menschen in Österreich die ideale Lösung, um zu Hause bleiben zu können. Während tagsüber die Pflegekräfte aktiv unterstützen, stellt sich für viele Familien die Frage: Wie funktioniert die Betreuung in der Nacht?
In diesem Blogartikel erklären wir, wie nächtliche Pflege in der 24-Stunden-Betreuung organisiert ist, welche Aufgaben übernommen werden und welche Vorteile und Kosten damit verbunden sind.
1. Was bedeutet 24-Stunden-Pflege nachts?
Die 24-Stunden-Pflege umfasst die Betreuung rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag. In der Nacht unterscheidet sich die Pflege jedoch deutlich von der Tagespflege:
Die Pflegekraft ist im Haushalt anwesend, oft im eigenen Zimmer oder Schlafbereich, und steht bei Bedarf zur Verfügung.
Die Arbeitsintensität ist in der Regel geringer, da viele pflegebedürftige Personen nachts schlafen.
Notwendige Nachtaufgaben können sein:
Kontrolle von Vitalwerten (Blutdruck, Puls, Blutzucker)
Hilfe beim Toilettengang nachts
Medikamentengabe oder Alarm bei akuten Problemen
Unterstützung bei Schlafstörungen oder nächtlicher Unruhe
2. Modelle der Nachtbetreuung
Je nach Pflegebedarf und Organisation gibt es verschiedene Modelle:
A. Schlafende Nachtwache
Pflegekraft schläft in der Wohnung oder im Haus.
Wird nur geweckt, wenn Hilfe notwendig ist.
Vorteil: kostengünstiger, weniger Belastung für Pflegekraft.
Nachteil: eingeschränkte Reaktionszeit bei akuten Problemen.
B. Durchgehende Nachtbereitschaft
Pflegekraft bleibt die ganze Nacht wach.
Eignet sich für hochgradig pflegebedürftige Personen, z. B. bei Demenz, Inkontinenz oder häufigem nächtlichen Aufstehen.
Nachteil: teurer und für die Pflegekraft sehr belastend.
C. Turnuspflege
Zwei Pflegekräfte wechseln sich ab, z. B. alle 12 Stunden.
Vorteil: konstante Betreuung ohne Übermüdung der Pflegekraft.
Ideal bei intensiver Nachtbetreuung.
3. Aufgaben der Pflegekraft nachts
Die Aufgaben hängen vom Zustand der betreuten Person ab:
Grundpflege bei Bedarf: Hilfe beim Toilettengang oder Umlagern im Bett
Kontrolle der Gesundheit: Vitalzeichen messen, Medikamente verabreichen
Sicherheit: Stürze verhindern, Tür- oder Bettsensoren überwachen
Emotionale Unterstützung: beruhigen bei Angst, Unruhe oder nächtlicher Verwirrtheit
Dokumentation: Auffälligkeiten oder besondere Vorkommnisse für Angehörige oder Arzt dokumentieren
4. Kosten für die Nachtpflege
Die Kosten hängen stark vom Modell ab:
Schlafende Nachtwache: meist im Tageshonorar der 24-Stunden-Pflege enthalten
Wachbleibende Nachtbereitschaft: kann 10–20 % höher sein, da die Pflegekraft zusätzliche Stunden leistet
Turnuspflege: doppelte Personalkosten für die Nacht möglich
Förderungen wie Pflegegeld oder Zuschüsse für 24-Stunden-Betreuung können die Kosten reduzieren, je nach Pflegegrad und Bundesland.
5. Vorteile der nächtlichen 24-Stunden-Betreuung
Sicherheit: Pflegebedürftige können die Nacht unbesorgt verbringen
Ruhiger Schlaf für Angehörige: Familienmitglieder werden entlastet
Kontinuität der Pflege: keine Unterbrechung der Betreuung
Individuelle Anpassung: Nachtmodelle lassen sich flexibel an den Bedarf anpassen
6. Herausforderungen
Belastung der Pflegekräfte: Nachtarbeit ist körperlich und psychisch anspruchsvoll
Kosten: besonders bei durchgehender Nachtbereitschaft steigen die Honorare
Planung: klare Absprachen zwischen Familie, Pflegekraft und Agentur sind notwendig
Rechtliche Regelungen: Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Sozialversicherung müssen eingehalten werden
Fazit
Die nächtliche 24-Stunden-Pflege ist ein wichtiger Bestandteil der Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Österreich. Mit klaren Vereinbarungen und der passenden Organisationsform kann sichergestellt werden, dass pflegebedürftige Menschen sicher, gut versorgt und behütet die Nacht verbringen – während Angehörige entlastet werden.
Tipp: Für pflegebedürftige Personen mit höherem Nachtbedarf lohnt sich die Absprache mit einer professionellen Vermittlungsagentur, um das passende Modell (schlafend, wach oder im Turnus) zu wählen.